Peinlich: Tesla rudert zurück

Man kann es praktisch noch in Stunden messen, dass Tesla die Preise für das Laden an den Superchargern erhöht hat – da macht es plötzlich Plopp und alles war nur blöder Unfug?

Machen wir uns nichts vor: Elon Musk hat gerade keinen gute Lauf. Erst hat er verkünden müssen, dass er mehrere Tausend Mitarbeiter entlassen wird – und das nach all dem Gehacke um das Model 3. Da gehen dann die heroischen Meldungen, dass der Konfigurator für das Modell nun endlich verfügbar ist, im bösen Strudel unter.

Hat der Gute sein Mojo verloren? Im Moment könnte man es beinahe meinen. Nachdem Elon Musk die Rolle des visionären Helden scheinbar von Steve Jobs übernommen hatte, läuft es momentan nicht so sauber.

Und dazu kam jetzt die Meldung, dass das Laden an den Tesla-eigenen Superchargern teurer wird – und zwar erheblich: Um bis zu 60% gingen die Preise rauf.

Da wird jetzt manch ein distanzierter Zyniker in sich hineinjubeln und sich sagen „hab ich es doch gleich gewusst….“ – und ja: Für viele passt das ins Bild, denn es trifft „Die da oben“. Gerade erst hat Tesla die Modelle mit der volksnäheren Motorisierung von jetzt auch gleich gestrichen. Für viele ist das nur ein weiteres Zeichen dafür, dass Strom-Fahrzeuge etwas für ein paar elitäre Snobs sind, die natürlich in ihrer beheizten Doppelgarage Platz für Wallboxes haben und ähnliche Dinge.

Nun aber muss Tesla auch gegenüber der möglicherweise elitären Kundschaft zurückrudern – denn die haben sich mehr als lautsrak beschwert. Und wer in den letzten beiden tagen Strom tanken musste, wird jetzt erst recht sauer sein. Hatte Tesla den Leitpreis gerade von 34 auf satte 46 Cent erhöht, ist er heute wieder gefallen. Nicht zurück auf die alten 34 – aber doch immerhin auf 40 Cent. Gestern also war es noch 15% teurer…

Ganz am Rande: Bis 2018 konnte man an den Dingern seinen Tesla noch kostenlos laden… Gut und richtig fühlt sich dieser Verlauf nicht an. Und die Börse sieht das auch so:

Die Tesla Aktie blutet zurzeit


Wir schauen gespannt zu – ganz ohne zynische Distanz, denn eins ist klar: Tesla ist für viele der Proof-Point. Vergiss Companies wie Lynk und ähnliche oder die wahren Elektro-Auto Giganten wie den Nissan Leaf. An der Historie von Tesla beurteilt der Stammtisch zurzeit, ob Elektromobilität möglich ist und ob die neuen echten Mitbewerber aus den Reihen der Auto-Industrie kommen oder ob nicht vielleicht demnächst ganz andere die Gewinner im Bereich der Individual-Mobilität sein könnten. Typische Verdächtige: Samsung (Die eh schon Autos bauen), Apple, Huawei. Und dann ist die Diskussion darum, ob der vergangeheitsgewandte Lobbyismus der deutschen Auto-Industrie hilft oder eher schadet, ganz plötzlich eine andere.

Unsere Befürchtung aus der Erfahrung der letzten Jahrzehnte: Bei uns wird Elektromobilität ein Erfolg, wenn der IQ kommt. Denn der ist von VW. (Punkt)



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